In Freiheit erfroren

Danke

Patient tot. Ursache Erfrierungstot. Seele frei. Schon immer gewesen.

Nothing’s for free. But(t) death? Not yet, sadly.

Damit dies nicht ganz so schnell passiert, in dieser herzkranken Welt, tanzen wir ein wenig, machen uns zum Affen oder Hund, und erklären den Unglücklichen das Lachen, dass die Welt weder schwarz noch weiss ist, denn bunt.
Aber denkt ja nicht, wir könnten Schadenfreu(n)de nicht von wahrer Freude unterscheiden. Erstere gilt es zu meiden.

Es reicht ein Schnalzen der Lippen, ein stummes Küsschen, ein Funkeln der Augen, ein sanftes Stampfen mit Krücken, und wir sagen Danke ohne zu blicken, ohne zu schauen. Nicht weil wir uns nicht trauen. Weil wir wissen, Du, Sie und Ich, ein Gefühl entsteht manchmal nur mit den Augen. Alles andere ist unecht und dieser einzig, nicht artige Blick, der ist sehr selten, die ihn erfahren haben viel Glück.

Das war die Lösung, wo war das Problem?

Das Problem traut sich nicht hinzusehen. Ohne sichere Mattscheibe, schnell auf die and’re Straßenseite. Könnte kritisch werden oder einer sterben. An deiner Masse gemessen, musst du nicht mehr viel essen, um Spaltung zu starten, ich kann lange warten. Jepp, du.
Du könntest sterben, keine Angst, beruhig’ dein’ Puls, wir lassen dich alt werden, nur keine Furcht. Wer du bist? Meistens keine Kuh, tendenziell eher Schwein, das beschreibt gleichsam dein ganzes schmutziges Dasein. Aber nicht an Freiheit, sondern Kälte, wirst du verrecken. Denn du erfrierst mit voll aufgedrehter Heizung in Geiz und Reichtum, sogar unter geschenkten Decken, du kannst dich nicht mehr verstecken.
Niemals mehr warm wird dir jemals mehr werden, schon lange erstarrt, wirst einsam, wirst sterben. Traust dich nur raus vor die Tür für den Schmaus, den Applaus und den Fick im Gasthaus. Ts, wenn überhaupt... gibt auch welche die kommen, zwar nicht mit, aber zu dir nach Haus. Pack schonmal aus!

Upps, jetzt hab ich auch noch dein Geheimnis verraten. Schnell, ab mit mir in die Staaten oder nach Russland. Oder in das tiefste, dunkelste Loch. Doch deine Kloake ist schon besetzt, wusst' Ich's doch.

Woher ich all deine Geheimnisse kenne? Weil ich niemals penne. Arschloch.

Ich komme des Nachts in deine Wohnung rein, setz mich neben dich und summe fein, du merkst es nicht, aber du bist nie allein, morgens renn' ich ungesehen heim. Aber psst, das war geheim. Ich bin frei. Und werd es immer bleib'n.

Der Beweis? Verbrannte Scheine und diese Seiten.

Willst du streiten, ein wenig biten? Ich erkenn dich von Weitem, Wichser. Versuch es nur. Bevor du deine Wut auslebst, bitte an mir, nicht an der Hur’. Komm zu mir, renn zu mir hin, hol weit aus, sonst macht es keinen Sinn und du kriegst keinen Applaus.

Aber psst, schon vergessen, wir sind nicht gemein, wir verraten dir noch ein Geheimnis: Ich bin nie alleine! Blick dich um, alle 10 Sekunden, sicher ist sicher, denn irgendwo stehen sie, hinter dir im Schatten, die ehrlichsten Richter oder nur Eine und sie bricht deine Beine, danach dein Genick mit nem Dosenbier, ganz ohne Waffen, ohne Maschinengewehr, ohne *messerklick*. Ohne zu verraten, wie sie es gemacht hat, denn Geheimnisse kann nur Sie bewahren.

Sie ist es, die mir hilft, beim Sprengen deiner Fabriken.

Bitte einmal mit dem Kopf nicken. Ach geht jetzt nicht mehr, wie schade, dein Genick ist geknickt. Ich helf dir und trag dich auf einer Bahre in den Krankenhausbus. Denn ich bin ein Typ, der weiß wie man liebt.

Abends sitzen wir dann alle in deinem Bett, verbrennen deine Kohle und reden über Schönes, der Raum endlich frei, für bunte Farben und Phantasterei. Wir machen das ohne Hohn und ohne Verachtung, wir danken dir sogar für deine Umnachtung.

Steif bist du jetzt, doch weißt endlich was Freiheit heißt. Hast sie nie gespürt. Ooh, eine Träne auf deinem Gesicht? Weißt du jetzt was wir haben vermisst? All die ganzen Jahre? Wir weinen mit, aber nicht wegen dir, nur weil wir schon immer wissen, es gibt noch viel zu tun, den Schaden, den du angerichtet hast, beheben wir Nacht für Nacht, in Dreifachschichten.

Nicht mit neuen Pillen oder deinen alten Lügen. Mit Liebe, die du nie verstanden hast, du kanntest immer nur Triebe. Du schürtest das Feuer, das dich jetzt verbrennt, glaubst immer noch, wir haben all die Jahre gepennt? Nur weil du uns nicht siehst, heißt das nicht, wir wären nicht da. Wir brauchen dazu nichtmal ‘ne Kamera oder falsche Propaganda

In deinem Rollstuhl schieben wir dich dann vor dieses eine Plakat, dass du nie sehen wolltest, weil du nicht weißt was Stolz bedeutet, weil immer DU darauf sein wolltest. Wie fühlt sich das an, so zu sein, wie ein wahrer Mensch? Wie einer von denen, der wegen dir flennt. Du hast das getan, du und nur du. Noch eine Träne? Hör weiter gut zu!

Stolz ist ein Gefühl, das keinen Gegenstand, kein Objekt benötigt. Du bist Stolz auf dich und auf dein Land... das bist du nur ohne Schwanz und ohne Eier, Schluss! Aus! Sitz! Hör auf mit dem Geseier! Friss!

Ruf nach Mama und rufe laut, vielleicht hat sie noch einen letzten Tipp, bevor wir dich verraten, mit dem Finger auf dich zeigen und aussprechen, laut, was wir über dich wissen, allen die Beweise zeigen, damit die Wölfe dich heut Nacht zerreißen.

Einer wichtiger als der andere, in einer Welt, die aus Allen besteht? Man muss Leute krönen und ihnen reichen ein saftiges Steak? Dabei lächeln und nett sein und sich bedanken?! Leute macht dicht, für die Verb(r)annten! Macht weit die Urnengräber, begrabt die Asche der bösen Väter.

Einen Dank muss ich sprechen zu dir Vater Staat. Danke, du hast mir das Zerstören beigebracht und nur deswegen begehe ich Hochverrat. Weil du mich misshandelt hast dutzende Mal, ohne zu Fragen, mich geformt hast wie Stahl. Auch Teile von mir sind lange erstarrt, Röntgenaugen, die helfen bei Nacht. Eine Platte aus Stahl in meiner Brust, meine Finger aus Metall zerstören ohne Verdruss.

Doch es geht viel einfacher, als direkter Mord. Es reicht ein Blick durch dich hindurch. Die Scham, die Wut, der Tot, deine Furcht. Das alles sehen wir. Deine Luft wird knapp? Dein Kopf wird ganz rot? Es pocht und du denkst ‘Wut’? Mit etwas Glück nur “Tot durch Atemnot” oder “Herzstillstand”.
Doch bevor du platzt, blicken wir weg, die anderen auch, und machen einen Handstand, geben uns selbst Applaus. Wir lassen dich ewig leiden. Nein, nein, nein, so sind wir nicht. Die Dauer der Strafe bestimmst du doch selbst, nicht dieses Gedicht. Und kein hohes Gericht.

Geh zu deinem Schrank, der deine Waffe seit Jahr und Tag beherbergt, du hast sie bestellt. Der Stahl liegt parat, dessen Zweck und Nutzen? Mehr als sie säuberlich putzen. Putz sie nochmal, nur für heut’ Nacht, teste die Funktion, wenn fertig, probiere - vor deinem Sohn (!) - den Geschmack vom Lauf der Knarre, koste ihn ausgiebig und dann gib endlich auf.

Kindergartenlyrik, meine Worte schlecht gereimt in dein Gesicht, ich hoffe das reicht, damit du endlich sprichst. Entschuldige meine Härte, die Rauheit meiner Worte, aber anders als direkt in die Fresse, verstehst du wieder nicht.

Aus der Urzeit nie erwacht, ist der, der Schreit nach Macht. Der sich erheben will über die Anderen.

Das wahre Volk sagt das nur leise, handelt weise, bedächtig und klug und beginnt zu wandern. Bis in dein Haus, ganz unbemerkt geschlichen, wird Reih für Reih durch uns verstärkt, die Wand danach wird bunt gestrichen und gefärbt.

Wir brauchen keinen Hut um uns’re Gesichter zu verstecken, keine glänzenden Schuhe, kein Hemd ohne Flecken. Tragen Hüte und Schäle höchsten aus Schick, wieder so ne Sache... *seufz* ach, das verstehst du eh nicht.

Du denkst ich sei der Affe hier? Sie dir gewiss. Jedes Wort ist bedacht, jeder Fehler kalkuliert, jeder einzelne Schritt. Um auszuradieren dich von diesem Planeten, denn du bist kein Mensch und es niemals gewesen.

Umso leerer meine Taschen, kein Klimpern von Münzen, kein Rascheln von Scheinen, umso schneller kann ich laufen, direkt zwischen deine Beine.
Ich kämpfe wie ein Mädchen? Du stirbst wie ein Mann: Wimmernd und schluchzend, wie alles begann.
Wer hat dich gehalten, wer hat dich groß gemacht?
Und wer hat dich als erstes zum Weinen gebracht? *klatsch*

Wer verachtet dich jetzt, für das was du unterlassen und das was du getan hast?

Du hast angefangen. Du, Mann, nur du. Der Beweis, nicht versteckt, wie deine Waffe und deine Wut, hinter der Maske, dem Anzug mit Hut. Wir wissen du warfst den allerersten Stein.
Jetzt kommt was wir beachten: Am Körperbau erkennbar und ohne zu lesen in Genen, erkennen wir alle: Nur du bist dieses Monster gewesen.

Kannibalimus? War auch deine Idee, ich schwör. Oder was ist Verzicht? Kannst du uns das erklären? Wie fühlt sich Hunger an, deutscher fetter Mann? Was murmelst du da? Geh nicht an mein Essen ran?! Oh warte, du kriegst einen Nachschlag, mit Gruß aus der Küche. Und jetzt richte schnell deine Echthaarperücke. (Und) Grunz!

Hihi. Wir lachen dann leise, die Meisten sehr weise, sie schmunzeln ein wenig, Ich selbst häufig nicht mehr, denn es ist unsere Verachtung, die durch mich spricht und Ich hab ein hartes Genick. Und einen Reflex, den du nicht kennst.

Noch ein letzter Rat, ein Experiment. Das ist doch ne Sache, die du sicher kennst. Experimente machen Spaß und zeigen die Wahrheit, solange man Grenzen nicht überschreitet.

Hier kommt die Anleitung, die dir hilft zu verstehen;
Versuch deine Scheine zu essen, schreib vorher drauf “Steak”, in dicken Großlettern mit Münzen belegt. Leg das auf den Grill, lass es lang brutzeln, iss alles aufeinmal, geh ohne zu putzen.
Wie hat es geschmeckt, wie satt bist du jetzt? Wie schmeckt Asche und wo sind deine Scheine versteckt?
Ich will dir nur helfen, helfen zu verstehen und dass sich später keiner beschwert, ich hätte nichts gesagt oder gesehen, dir nicht Chance um Chance gegeben, bis du verstarbst.

Geh noch schnell scheißen, spül bitte nicht ab. Erklär mir nochmal das Rechnen, nur noch ein einziges Mal, ich rechne jetzt ab. Wobei, lass stecken, ist gut, das passt so, es stimmt, Ich hab schon bezahlt.

Ich spiele lieber mit Worten, das macht nämlich Sinn. Mit manifesten Gedanken, schwarz auf weiß, auch mit den Kranken.

Und jetzt fahre fort, verbiet mir das Wort. Ich weiß sogar warum. Du magst es nicht hören, bitte nicht zu laut, was du hast verbrochen: Gemordert, geplündert, vergewaltigt, geraubt und erpresst. Das ist noch milde gesprochen, meine Swearwords heb ich mir auf, für den Affekt, denn den brauche ich auch. Und die Knochen(säge).

Mildere Worte die magst du viel lieber, denn so ein “Fick dich, bück dich, dreh dich, wie geil!”, da zittern deine Glieder, vor allem ein Arm. Aber sei dir da sicher, dein Führer kommt nie wieder.

Ich bin nun müde. Du, geh in den Garten! Betrachte See und Vögel, mach aus ihrer Liebe Zahlen. Oder zerlege die Bäume, mach daraus Möbel, verkauf sie für Scheine. Nur sei dir sicher, ich brech auch dir die Beine.

In wessen Arsch ich so stecke? - Guck in mein Portemoneaie - is’ mir ziemlich egal - Ich steck in Keinem, ich hab immer die freie Wahl!

Du hast lange vorher gewählt, der Kopf muss glatt sein und glänzen, damit er in den Arsch rutscht, ohne zu kämpfen. Zu erkennen an deinem fehlenden Schopf, ganz blank, dein winziger Kopf, für Wind ist viel Raum, das Pfeipfen und Hallen für alle zu hören, nur kein Platz für einen einzigen, guten Traum.

Wie das zusammenhängt, du verstehst nur bla bla?

Ein Netz ist mehr als ein Netz, das uns vorm Springen bewahrt, wenn es gleichzeitig von Liebe berichtet. Es sind die Geschichten, Gedichte, Bilder und Orte, kleine Details, noch leisere Worte voll Liebe und Hoffnung, die uns befreien.
Dieses Netz wurde erfunden von einem Mann, zerstört vom Mann und missbraucht für schändliche Zwecke. Es wurde geknüpft nach Plan aber gepflickt mit Passion, von unseren Schwestern und den vielen Kindern, die alles im Sinn haben, und das Schlimmste verhindern, sie schmieden grad die Ketten, die dich gleich fesseln.

So langweilige Reime, die ich schreibe, dass ich heut Abend selbst noch schnell weine. Der Keim wurde gepflanzt schon lange zuvor – jetzt darfst du schlottern und bibbern - endlich öffnet the Cure das Tor.
Was du für einen Virus hälst, eine Krankheit, den Untergang, ist nur dein eigenes Ende, ewiger Mann.
Ich bleibe Junge und Frau, meine Mutter hat mich fast allein gebaut, du darfst jetzt kurz kichern, das zeigt deine Tiefe, die einfach nicht da ist.

Meine Schwester, meine wahre, ich trauere - hoffe nicht vielmehr Jahre -

in den Fängen eines Mörders, der noch nie von Liebe gehört hat. Ein Soldat durch und durch, der sich ergötzt an fremder Furcht. Der sie säht und weiter treibt, mit nem Pimmel ohne Eier und ohne Geleit.
Das Kennzeichen seines Wagens', brauch ich nicht verraten, Freunde werden helfen, ihn lebendig begraben.
Er ergötzt sich an Furcht und wie er dies tut? Präsentiert mir stolz Videos, wie er andere zur Sau macht beim Bund vor lodernder Wut? Lacht darüber ein Schwein zu sein, ist stolzer Unterdrücker, gibt vor ein Herr zu sein. Doch leer nicht nur seine Taschen, sondern auch sein Herz.

Ich brauche keine Nähe zu meiner Schwester, um zu fühlen den Schmerz, zu fühlen wie es ist, wenn sich einer mit vielen Ausreden immer wieder verpisst, das Weite sucht, spät kommt nach Hause und ergreift die Flucht, wenn ein Profi, wenn ich bin zu Besuch.

Wo warst du? Studieren? - Ja hat länger gedauert, weil das und das...

Die Wahrheit ist Lüge, so schlecht verpackt, es gibt keinen Applaus. Die Wahrheit, die Wahrheit, sie kommt bald raus.

Woher ich das weiß? Ein Gesicht das Bände schreibt, ein Schluchzen, ein Weinen. Das meiner Kleinen, das Herz zerreißt. Die Worte die der feine Herr dazwischen leise flüstert ‘Reichtum’ und ‘Macht’, dann hat Er es endlich geschafft.

Warum ich Angst habe und weine: Ich bin nicht da, sie schon wieder alleine. Sogar ihre Freunde, meiden diesen Mann.

Die Stadt ist nicht groß und schnell spricht sich rum, welcher Soldat, wann und wo misshandelt, wen und warum.

Umerziehen? Erklären, wie man erwachsen handelt?

Bitte nicht, nicht diesen Einen.

Meine Schwester hat Liebe verdient, keinen falschen Schwur, keinen Mann mit tickender Uhr, mit falschen Keimen in seinem Kopf.

Mütze ab!

Grab (him!)

Meine kleine Schwester, Rebell und größer als ich, doch Kraft für sich selbst, die hat sie nicht. Wut auf vieles, was so passiert, doch der richtige Weg, ein Halt an der Seite, der fehlt ihr. Schuld trag auch ich, hab sie früh allein gelassen, mit Sorgen, mit Tränen, hab all das verpasst und sie lange vergessen

War oft ein schlechtes Vorbild, selbst Soldat, doch das ich stets anders war, kein ächter, nie Schlächter, das ist was nicht mitgekriegt hat.

Meine Worte, Verschwendung. So, wie dein Herz in den falschen Händen, die nichtmal schätzen, wie kostbar du bist und nie ersetzen. Die nicht wissen, dass jeder Mensch mehr Wert besitzt, als irgendne Zahl, die vor Wut explodieren, wenn etwas nicht passt, denn das ist für blinde Soldaten normal.

Warum ich das hier mache? Weil ich Liebe zu verlieren habe. Wie soll ich kämpfen, für wen oder was, ohne die größte Kämpferin, ohne mein Backup?

Dies mein SOS. Ich klopfe ab.

Zählen bitte. Worte. Danke!

Und eine warme Nacht.

Ich hoffe ich habe an alle gedacht, jeder bricht sich einfach ein Stück ab.

Ohne zu krümeln, bitte.


For the Kim



Rosenheim (Bavaria, Germany), September 2016

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